Was habe ich in Friedens- und Kriegszeiten da alles erlebt. Doch immer war ich Rast- und Ruhestätte, in der ein kühler Trunk und ein schmackhaftes Mahl gereicht wurde. Ob an Reisende, Einheimische, Kriegsvolk oder Flüchtlinge, immer war ich für sie da. Ich habe im 30jährigen Krieg die Pest und marodierende Kroaten und Schweden überstanden und im 7jährigen Krieg die Preußen mit ihrem König, dem "Alten Fritz" gesehen. Einer meiner schlimmsten Tage war der 15. August 1793, als über unserem Ort ein furchtbares Gewitter tobte und ich, vom Blitz getroffen, niederbrannte. Doch ich wurde schnell wieder aufgebaut. Und so habe ich auch die Harthauer Leidens- und Schreckenstage von 1813 mitgemacht als die Franzosen einschließlich ihres Kaisers Napoleon, der drei Mal im hiesigen Schloss logierte und sein Hauptquartier hatte, hier lagerten. Aber auch die Russen und Preußen marschierten auf ihrem Weg zur großen Völkerschlacht bei Leipzig bei mir vorbei.
Im Jahre 1905 besuchte mich Seine Majestät Friedrich August III., König von Sachsen. Auch das Jahr 1945 kann ich nicht vergessen, als unzählige Vertriebene auf der Suche nach einer Bleibe und einer neuen Heimat Einkehr hielten.
Geschäftiges Treiben, Spaß und Vergnügen fehlten natürlich auch nicht. So wurde zum Beispiel mit der Schänke bis 1727 eine Posthalterei betrieben und bereits 1859 der erste Ballsaal errichtet. Nur in den Sternen steht geschrieben, was sich da wohl alles ereignet hat.


